Fragen zum 2.4 GHz 20W Power Amplifier V2 von SG-Lab

  • Hallo zusammen, ich bekomme in Kürze o.g. PA und habe ein paar Fragen dbzgl.

    Im Datenblatt stehen folgende Angaben:

    Directional Coupler Voltages:

    1. FWD Voltage Input 0.5V typ. @ 0.5W input power

    2. FWD Voltage Output 3.5V typ. @ 20W Output power

    3. REF Voltage Output - reflected wave , can be used to calculate estimated output SWR
    Ich verstehe dass als Meßpunkte an denen man anhand der Spannung Eingangs-bzw. Ausgangsleistung messen kann, richtig?

    Unter Pkt.3 verstehe ich die rücklaufende Leistung, aber wie rechne ich mit dieser Spannung das SWR?


    Würde mich über eure Hilfe freuen, vy 73, Hans DK1MHW

  • DK1MHW


    Hallo Hans,


    die Leistungsanzeige ist leider nicht linear.


    Ich habe ein paar Messpunkte aufgenommen und komme in etwa auf die Werte in dieser Tabelle:



    Aus dieser Zeichnung siehst Du den Verlauf. X-Achse ist die Leistung in dBm, Y-Achse gemessene Spannung an den Messpunkten in Volt. Die Angaben beziehen sich sowohl auf die vorlaufende als auch die rücklaufende Leistung.



    Auf dieser Webseite von R&S gibt es Rechenprogramme zum Herunterladen. Falls Du ein Smartphone hast, gibt es diese auch als Apps, ebenfalls von R&S (kostenlos).


    https://www.rohde-schwarz.com/…ion-note_56280-15802.html


    Irgendwo hier im Forum habe ich beschrieben, wie ich die Messpunkte aus der SG-Labs PA herausführe. Die Durchführungskondensatoren gibt es für wenig Geld in oK.



    Vy 73


    Holger ‚Geri‘, DK8KW

  • Hallo Holger, ja ich hab deinen Beitrag auch schon irgendwo überflogen, finde ihn aber auch nicht mehr,hi. Danke für die Hinweise-werde mir die App mal runterladen. Die Tabelle ist sehr interessant. Ich habe leider keine Meßmittel für 13 cm - also muß ich rechnen.

  • die Leistungsanzeige ist leider nicht linear.

    GM Hans,


    ich gehe mal davon aus dass Du die Messreihe mit 50r Abschluss aufgenommen hast. Bei welcher Anpassung wurde aufgenommen?

    Der Test hier mit verschiedenen Abschlusswiderständen, alle für diese Frequenz geeignet, brachte sehr unterschiedliche Messergebnisse.

    Ich sehe, um das ganze "messfähig" zu machen noch das Problem der Kennlinie der Diode in Bezug auf Temperatur usw.

    Als Möglichkeit der groben Abschätzung ist es sicherlich brauchbar.

    Ich habe die Problematik der Leistungsanzeige/kalkulation VSWR seit Jahren bei den Transvertern von DB6NT. Zum Abschätzen gut geeignet, mehr aber auch nicht.

  • Hallo,


    meine Messpunkte dienen sicherlich nur der Abschätzung. Abschluss mit 50 Ohm ist richtig, ich habe hier aus alten DEBEG-Beständen eine früher sicherlich mal teure und hochwertige 50 Watt Dummy-Load, die, wenn ich mich recht erinnere, bis 6GHz spezifiziert ist. Allerdings mit mehreren Adaptern und einem Zwischenkabel zwischen PA und Dummy Load, was die Sache schon mal verfälscht, das ist klar.


    Außerdem hatte ich zu der Zeit, als die Messpunkte entstanden sind, noch gar keinen Leistungsmesser für 2.4 GHz.


    Lösung: der BU500 Up-Converter hat ein Kalibrierblatt dabei. Eingangsfrequenz meines BU500 ist 50 MHz. Zwischen 50 MHz-Quelle und BU500 habe ich ein schaltbares Dämpfungsglied eingeschleift und dann die kalibrierten Messpunkte des BU500 angefahren. Über die lineare Verstärkung der SG-Labs PA (16 dB) habe ich dann auf die theoretischen Ausgangsleistungen an den Messpunkten geschlossen und die Spannung gemessen. Dabei bleiben Verluste durch Stecker und Kabel unberücksichtigt.


    Vorgestern hatte ich übrigens die Gelegenheit, meine Abschätzung zu überprüfen. Ich habe eine Antenne mittels Pluto und Satsagen-Software abgeglichen und das damit ermittelte VSWR lag in der Größenordnung des VSWRs, das ich mit Hilfe der Spannungsmessung an der SG-Labs PA ermittelt habe.


    Fazit: ich würde meinen Messaufbau nicht zertifizieren, aber für die Abschätzung darüber, ob eine Antenne ein ausreichend gutes VSWR hat oder nicht. reicht es ;).



    Vy 73


    Holger ‚Geri‘, DK8KW

  • Hallo Holger,


    Fazit: ich würde meinen Messaufbau nicht zertifizieren, aber für die Abschätzung darüber, ob eine Antenne ein ausreichend gutes VSWR hat oder nicht. reicht es ;).


    ja dafür ist das auf alle Fälle geeignet.

    Was mich immer etwas verwundert, selbst wenn OM's keine Messmittel haben, warum fragen die dann nicht mal um Hilfe bei einem OM der sowas hat.

    War früher so üblich. Ist übrigens hier in meinem Umfeld immer noch so.

    Ich kann die Leistung bis 26GHz bei 100W messen und auch Anpassung usw.

    Haben hier mehrere Projekte mit so Selbstbauten früher gemacht, zum Abschätzen allemal ok aber "messen" muss eben anderes.

    Hab vor ein paar Tagen übrigens mal so ein CN801 begutachtet, ist auch eher ein "Schätzgerät".


    73 de Frank, DO1CTL

  • Hallo Frank,


    als Ingenieur (in einem ganz anderen Fachbereich als HF-Technik) habe ich eine Vorliebe für alles, was ich messen kann. Ich liebe es aber auch, mir so weit es geht selber Gedanken dazu zu machen.


    Richtige Messgeräte für den GHz-Bereich sind natürlich klasse aber nicht immer unbedingt notwendig. Hier in meiner Gegend wüsste ich z.B. nicht, wen ich direkt ansprechen soll, um im GHz-Bereich z.B. Leistung zu messen (ich habe mittlerweile ein relativ einfaches Gerät selber hier). Ich hatte mir letztens mal einen R&S Leistungsmesser ausgeliehen, mit einem Meßkopf „bis 2 GHz“. Naja, dachte ich, wird auf 2.4 GHz schon noch funktionieren. Denkste: da steht halt R&S drauf, und wenn die sagen, daß der Kopf bis 2 GHz geht, dann ist das auch so! Alles darüber war so etwas von daneben, das reichte nicht mal mehr zum Abschätzen ...


    Das ist das schöne hier am Forum: wenn ich niemanden direkt hier in der Nähe kenne, der aushelfen kann — hier finde ich immer jemanden, der gerne weiterhilft.



    Vy 73


    Holger ‚Geri‘, DK8KW

  • Hallo Holger,


    ja die Messtechnik kostet auch gebraucht noch richtig Geld. Ich habe mir das über viele Jahre so Stück für Stück angeschafft.

    Alleine ein HP Power-Messkopf kostet schon mal 4stellig.

    Und Dämpfungslieder welche bis 18GHz oder 26GHz spezifiziert sind und auch noch Leistung vertragen, also 100W .... fast unbezahlbar.

    Für die Messung der Anpassung steht mir hier ein Anritsu/Wilson Site Master S331 zur Verfügung. Damit kann man bis 3GHz messen. Wird auch vor jeder Messung mit dem Kalibrierknochen (Anpassung bis 18GHz -42db) kalibriert).

    Sowas ist sehr hilfreich in diesen Frequenzbereichen.

    Aber wie bereits gesagt, zum Abschätzen reichen einfachere Lösungen.


    P.S. bin gerade dabei meine Zweitstation für 10GHz fertig zu stellen. Rainscattersaison geht ja wieder los.

  • Man könnte doch auch an den Durchführungs-C`s ein festes Voltmeter installieren, so hat man stets Übersicht über die Spannungsverhältnisse,oder?

    Genau, Hans, so mache ich das auch bei meinem Sender. Mit dem Drehschalter daneben schalte ich dann zwischen PA-Ausgang, Rücklauf, PA-Eingangsleistung und zur Kontrolle noch zur Spannungsversorgung des gesamten Transverters um. Mit dem Abschwächer kann ich die Ausgangsleistung in 1dB-Schritten genau einstellen.



    vy 73


    Holger ‚Geri‘, DK8KW




  • Hallo Hans,


    den Abschwächer habe ich letztes Jahr in Dortmund auf dem Flohmarkt gekauft — schau’ mal bei eBay, da gibt es eigentlich immer irgendwelche Stufen- oder Drehabschwächer.


    Da ich in meinem Konzept damit nur die Eingangsfrequenz von meinem KX3 in den BU500 hinein abschwäche, also 50 MHz, braucht der Abschwächer hier gar nicht so hochwertig zu sein.



    Vy 73


    Holger ‚Geri‘, DK8KW

  • Hallo Frank,


    ja, genau das Filter von ID-Elektronik habe ich auch drin. Ich mir sogar die beiden Notch-Filter zusammen auf die L.O. von 2350 MHz legen lassen, so daß ich dort jetzt eine Dämpfung von über 90dB habe.


    Allerdings habe ich meine erste Version des BU500 durch eigene Dummheit kaputtgemacht (abgerutscht beim Bohren eines Loches im Gehäuse) und ich habe jetzt die Version 6 — da ist die L.O.-Absenkung sowieso schon bei >50dB (siehe BU500 UpConverter by HiDes Taiwan, #21 bis #26).



    Vy 73


    Holger, ‚Geri‘, DK8KW